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Mit gemeinsamer Stimme

Austausch, Netzwerk, Partnerschaft: Erfolgreicher Besuch von Frauen aus der Jeypore-Kirche

Zum Abschluss des Besuchs der sechsköpfigen Delegation aus der Frauenarbeit der Jeypore Kirche fand in Hamburg ein Partnerschaftstag mit Frauenmahl im Zentrum für Mission und Ökumene Nordkirche weltweit statt. Zwischen den einzelnen Gängen gab es engagierte Tischreden von indischen und deutschen Frauen zur ihren Erfahrungen und Visionen Frauenarbeit hier und in Indien. Pastorin Kuntala Naik machte deutlich, mit welchen Schwierigkeiten und Herausforderungen die Frauen in Indien zu kämpfen haben. Die Kirche sei sehr männerdominiert und viele könnten sich nicht vorstellen, eine Frau auf der Kanzel zu sehen. Gleichzeitig seien es hauptsächlich Frauen, die das Gemeindeleben an der Basis aktiv gestalteten, sagte sie. Siewünscht sich mehr Frauen in Leitungspositionen auf allen Ebenen der Kirche, damit Kirche von Männern und Frauen gemeinsam und gleichberechtigt gestaltet werden kann. Pastorin Nevedita Gorda ergänzte, dass die Frauenarbeit in der Jeypore-Kirche sich dafür einsetze, dass Frauen Zugang zu theologischer und allgemeiner Bildung bekämen und dass sie ermutigt würden, ihre Stimme zu erheben und sich für ihre Anliegen einzusetzen.

Eine weitere Perspektive trug Joy Hoppe bei, die aus Indien stammt und inzwischen Pastorin der Nordkirche in Hamburg ist. Sie berichtete von ihrer Erfahrung mit Integration in die deutsche Gesellschaft. Immer noch sei die Haltung vorherrschend, dass die von außen Kommenden sich ändern und anpassen müssten und nicht die Residenzgesellschaft. Wünschenswert und für alle ein Gewinn wäre es, wenn beide Seiten sich bewegen und voneinander lernen würden.

Pastorin Jutta Jessen-Thiesen, die den Besuch der indischen Frauen begleitet hat, erzählte von ihrer Lernerfahrung im Dialog mit den indischen Frauen. Das Lied „I have decided to follow Jesus“ ist für sie ein Beispiel, wie es gelang, die Perspektiven zu wechseln und sich in die Sichtweisen der Anderen hineinzuversetzen, eine wichtige Voraussetzung, um Verständnis und Respekt füreinander zu entwickeln. Dieses Lied sei ihr anfangs befremdlich vorgekommen, weil es für sie eine sehr konservative Form von Glauben auszudrücken schien. Durch den Erfahrungsaustausch mit den indischen Frauen veränderte sich ihr Zugang dazu. Sie verstand, dass Jesus zu folgen bedeutet, sich für die Gleichheit und die Rechte von Frauen einzusetzen.

Vor dem Frauenmahl hatten die sechs Inderinnen zwei Wochen lang Gelegenheit, verschiedene Orte und Institutionen der Nordkirche kennenzulernen. So trafen sie Bischöfin Kirsten Fehrs in Hamburg und kamen mit Maria Jepsen zusammen, der ersten lutherischen Bischöfin weltweit, besuchten das Genderzentrum der Hansestadt, waren Gäste im Schwesternheimathaus in Stralsund, in Rendsburg, Kiel und Breklum. Hier ging es mit der Methode des Transkulturellen Lernhauses der Frauen darum, gemeinsam verschiedene Themen zu erarbeiten. Sehr persönlich erzählten beispielsweise die Pastorinnen Kuntala Naik und Nevedita Gorda von ihrer Arbeit. Sie berichteten aus ihrem Land, in dem Gewalt gegen Frauen allgegenwärtig ist, ihren Erfahrungen aus den Gemeinden, in denen „Lady Pastors“ tätig sind, von Rückschlägen in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit. Dazu gehörten aber auch Entwicklungen, die Mut und Hoffnung machen. Und der Austausch geht weiter: 2019 werden Mitarbeiterinnen des Frauenwerks der Nordkirche nach Indien reisen, 2020 soll während einer Kirchenkonsultation in Breklum das Netzwerk der Frauenarbeit weiter gestärkt werden.

Women on the move, Frauen in Bewegung, hier und dort. Frauen bewegen und verändern Kirche, damit eines Tages die Vision aus Gal 3,28 Wirklichkeit werden möge: „Da ist nicht jüdisch noch griechisch, da ist nicht versklavt noch frei, da ist nicht männlich und weiblich: denn alle seid ihr einzig-einig im Messias Jesus.“ (Bibel in gerechter Sprache)

Besuch aus der Jeypore Kirche

Foto:© Irene Pabst



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